Bist du bereit?Jetzt herausfinden!

THS Blog

5 Schritte, wie ich Unverbindlichkeit erfolgreich zügeln kann

Unverbindlichkeit-erfolgreich-zügeln-hammersmith

Ich hatte mir so viel Mühe gegeben: Chips, verschieden Saftsorten, Schokolade, Dekoration, ein Thema, für das ich 4 Stunden Vorbereitungszeit und Gebet investiert habe.

Eine Stunde vor dem Start unseres Hauskreisabends bekam ich dann die erste SMS: „Mein Hund hat Durchfall!“

„Oh, das tut mit leid. Ich bete für euch!“

Dann kam die zweite SMS:
„Ich muss für meine Klausur morgen lernen – bin völlig im Stress!“

„Klar, verstehe ich. Ich bete für dich!“

Zwei Minuten vor dem Start dann 5 SMS auf einmal:

„Kann heute nicht – sorry! Euch einen schönen Abend!“
„Bin krank“, „Mir geht es nicht gut!“, „Mein Freund braucht mich!“, …

Schlussendlich saß ich mit einem Teilnehmer da. Ich schluckte meinen Frust mit einem Berg Chips herunter. Für die vielen versprochenen Gebete hatte ich keine Kraft mehr. Am liebsten hätte ich die Leitung hingeschmissen und eine SMS an alle geschrieben: „War nicht schön mit euch – auf Nimmerwiedersehen!“

Diese Art von Erlebnissen hatte ich nicht nur einmal. Besonders beim Neustart einer Gruppe passierte mir das in der ein oder anderen Intensität immer und immer wieder. Und damit bin ich nicht alleine!

Was können wir dagegen tun – gegen die leidige Unverbindlichkeit?

Heute kann ich im Segen sagen: Es ist nicht kompliziert. Es ist am Anfang schwer, aber es gibt gute Lösungen und dann wird es immer besser.

Den unverbindlichen Menschen fehlt ein Band. Logisch, das steckt ja schon im Wort UnverBINDlich.

Die Bänder der Verbindlichkeit müssen geknüpft werden.

Es bleibt zwar eine stetige Aufgabe des Leiters, diese Bänder neu und weiter zu knüpfen, aber wenn du den Dreh raus hast, hast 100% Erfolg. Das verspreche ich dir!

Hier stelle ich dir 5 verschiedene Bänder vor, die Verbindlichkeit in deiner Gruppe erschaffen:

1. Das Band der Liebe

Warum sollte ich mich an eine Gruppe oder einen Menschen binden?

Ein Fehler von uns Leitern ist es zu denken, Menschen sollen verbindlich sein, weil es Gott von ihnen verlangt.

Die Folge davon ist, dass wir denken, die Menschen lieben Gott nicht genug. Sonst wären sie ja gehorsam. Oder ihr Glaube ist nicht stark genug. Deshalb können wir ja nichts dagegen tun.

Stell dir vor, ein Hirte würde so denken: Diese dummen Schafe hören nicht auf mich, dann sollen sie halt machen, was sie wollen.

Das würde nicht funktionieren. Es ist die Aufgabe des Hirten, den Schafen beizubringen, auf seine Stimme zu hören.

Und das braucht viel Zeit und Geduld (weiß ich aus Erfahrung!).

Zu allererst muss das Schaf erleben, dass ich es liebe und versorge. Liebe ist das erste Band, was einen Menschen dazu verhilft, sich verbindlich in eine Gruppe einzubringen. Liebe nicht von ganzem Herzen, weil es ein „Tool“ ist.

Der erste Leiter, dem ich verbindlich gefolgt bin, hat mich ganz viel gefragt. Er zeigte wirklich Interesse an mir. Er nahm sich Zeit und hörte sich meine Lebensgeschichte an. Er half mir, Gottes Plan für mein Leben zu verstehen und ermutigte mich IMMER! Egal, ob ich schlecht oder gut drauf war. Er sagte mir immer und immer wieder: „Inga, Jesus hat einen sehr guten Plan für dich. Du hast so tolle Begabungen – ich sehe das in dir.“

Er lud mich zu sich nach Hause ein und ich durfte bei seiner Familie so viele Honigpops essen, wie ich wollte. Ich wurde einer seiner treusten Mitarbeiter.

2. Das Band der Regeln

Ich weiß noch genau, wie mein Leiter mir sagte: „Inga, du kannst nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Du musst dich entscheiden: Entweder du heiratest uns oder deine Pantomimengruppe. Das wird nichts an meiner Liebe zu dir verändern, aber ich werde meine Zeit in die Menschen investieren, die mit mir zusammen die Studentengruppe voran bringen wollen. Du bist hier jederzeit willkommen, aber ins Mitarbeiterteam kannst du nur, wenn wir auch die Priorität für dich sind. Das heißt: Keine Absagen mehr und in Zukunft absolute Zuverlässigkeit in deinen Aufgaben!“

Schluck! Das war erst einmal ein Tritt gegen das Schienbein.

Eine Zeit lang war ich enttäuscht und sauer auf meinen Leiter. Aber irgendwas bewegte sich in mir, das sehr gut war: Ich erlebt mich ja schon lange unter Stress, weil ich immer wieder dem einen oder anderen absagen musste. Das „Zwischen-den-Stühlen-sitzen“ war alles andere als schön für mich. Das „immer-wieder-Absagen“ macht mich leer und einsam.

Deshalb waren die klaren Regelungen letztendlich eine Erleichterung. Ich musste mich nur entscheiden, was mir wichtiger war. Ich entschied mich für die Stundenten und es war eines der besten Lehrjahre meines Lebens.

Mein Leiter musste mich noch oft ermahnen. Unzählige Gespräche hatte er mit mir, aber die Regeln waren klar und es hat sich gelohnt!

Am besten schreibst du die Pflichten und Regeln auf, die du von deinen Leuten erwartetst.

3. Das Band der Freiheit

Freiheit erlebe ich erst, wenn ich zwischen zwei oder mehreren realistischen Optionen die Wahl habe. Wenn ich entscheiden kann, ob ich in Deutschland oder in den USA wohnen kann, dann erlebe ich Freiheit.

Wenn ich keine Entscheidungsfreiheit habe, fühle ich mich gefangen. Wenn ich gefangen bin, versuche ich mich zu befreien.

Nur eine freiwillige Bindung ist verbindlich.

Ich konnte mich früher verbindlich in die Studentengruppe einbringen, weil mein Leiter mir die emotionale Freiheit gegeben hat, mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Hätte er mich manipuliert, in dem er Druck auf mich ausgeübt und versucht hätte, mich zu überreden, hätte ich mich wahrscheinlich früher oder später für die Pantomimengruppe entschieden.

Teile deine Gruppe in verschieden Verbindlichkeitsfelder ein.

Es ist WICHTIG, einen Raum zu haben, wo man kommen und gehen darf, wie man will. Aber dann sollte es einen weiteren Raum geben, der mit Rechten und Pflichten zu tun hat.

Eine gute Unterteilung ist:

a. Besucher: Unverbindliches „Schnuppern“
b. Teilnehmer: Verbindliche Teilnahme – ich gehöre zur Familie
c. Mitarbeiter: Ich gestalte die Gruppe mit und bringe mich ein

Formuliere alle Felder mit einer klaren Beschreibung und der Möglichkeit, einen festen Schritt in das nächste Feld zu machen (Mitgliedserklärung, Einsegnung, Teamtreffen, ect.). Formuliere auch die Ein- und Austrittsmöglichkeiten.

Bestimmte Zeremonien helfen, einen bewussten Schritt in ein neues Feld zu feiern.

4. Das Band des Vertrauens

Vertrauen ist etwas, was verdient werden muss und was VIEL Zeit braucht.

Es hat etwas damit zu tun, dass ich den Gegenüber wirklich kenne.

Wenn ich ein neues Auto kaufe, erkundige ich mich vorher sehr lange und intensiv, welches Auto das Beste für mich ist. Ehrlich gesagt frage ich hierbei sogar meinen Mann, weil er sich besser auskennt. Schlussendlich entscheide ich mich für eines.

Habe ich Vertrauen in das Auto? Nein. Ich habe erst mal Hoffnung. Ich hoffe, es wird nicht schnell kaputt gehen, wenig Sprit verbrauchen, gut in der Kurve liegen und schön aussehen (für Frauen sehr wichtig: Farbe :)).

Wenn ich das Auto in den ersten Wochen fahre, erlebe ich, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Ich merke, dass die Kupplung nicht so leicht geht, wie bei meinem letzten Wagen. Ich ärger mich etwas drüber. Aber dann freue ich mich, dass es viel weniger verbraucht, als alle Autos, die ich bisher hatte. Und so geht das mindestens drei Monate bei mir.

Nach drei Monaten endlich habe ich Vertrauen in das Auto, weil ich es kenne. Ich kenne die Macken, die Vorteile und ich habe eine Beziehung zum Auto. Jetzt erst weiß ich, wie ich die Kupplung richtig schalte. Es ist MEIN Auto.

Beim nächsten Autokauf werde ich wieder genau diese Marke holen, weil ich dieser Marke vertraue (oder auch nicht, wenn ich zu viele schlechter Erfahrungen gemacht habe!). Interessant ist, dass ich schon SEHR viele harte und schlechte Erfahrungen mit einer Automarke machen muss, damit ich zu einer anderen Marke wechsle. Denn Vertrauen ist in erster Linie eine lang aufgebaute Beziehung und nicht eine sachlich, intellektuelle Entscheidung.

Verstehst du, was ich meine?

Deinen Teilnehmern geht das genauso.

Vertrauen braucht mindestens ein Jahr, das mit Liebe, Klarheit und Geduld gelebt werden muss.

5. Das Band der Sicherheit

Ob du es wahr haben willst, oder nicht: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Selbst der größte Abenteurer braucht Gewohnheiten, um seine Abenteuerlust leben zu können. Gewohnheiten und einen sicheren Rahmen, der bei jedem Menschen unterschiedlich groß und weit sein muss.

Ich persönlich brauche viel Abwechselung. Aber gerade deshalb brauche ich in einigen wenigen Dingen sehr starke Gewohnheiten, weil sie mir Sicherheit geben. Zum Beispiel meine beste Freundin: Wir treffen uns seit zwanzig Jahren einmal im Monat. Das Treffen läuft immer gleich ab: Zuerst gibt es Obstsalat (ok, die Obstsorten dürfen ein bisschen variieren, aber nicht zu doll. Auf keinen Fall sollte es Salat geben, das würde mich aus der Bahn werfen!) und Tee. Dabei tauschen wir uns aus, Tops und Flops aus unserem Leben. Danach gibt es Sekt und wir suchen uns einen Film aus. Nach ca. 10 Minuten Film gibt es Nüsse. Und wenn der Film zu Ende ist, fahre ich nach Hause.

Ich LIEBE diesen Rhythmus und keiner von uns beiden will ihn anders haben.

Glaub mir bitte: Deinen Teilnehmern geht es genauso. Selbst wenn der ein oder andere mal sagt, er würde gerne mehr Gemeinschaft haben, oder mehr Gebetszeit, oder oder … dann heißt das NICHT, dass du den Ablauf an sich ändern sollst. Sondern dann geht es mehr um: Könnten wir mal zusätzlich etwas machen.

Behalte den Ablauf deiner Gruppe bei. Möglichst IMMER. IMMER. Jeden Abend Zähne putzen ist das effektivste, was du deinen Zähnen antun kannst.

Und über allem bleibt:

Kol 3,14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

An welchem Punkt willst du gerne arbeiten?

Verbindliche Grüße,
Deine Inga

Share on FacebookEmail to someoneTweet about this on Twitter

2 thoughts on “5 Schritte, wie ich Unverbindlichkeit erfolgreich zügeln kann”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kontakt

Ruf uns an!

06721-2019381
THS Büro

E-Mail

Info@ths-akademie.de
Oder verwende das unten stehende Formular

captcha


* Pflichtfeld