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Jugendpastor Antonio Weil (CZW): Wie überwindest du deine Krisen?

Antonio Weil, Jugendpastor, Christliches Zentrum Wiesbaden

Antonio Weil ist 32 Jahre alt, verheiratet und hat ein Kind. Er ist Jugendpastor im Christlichen Zentrum Wiesbaden und hat das Jugendevent “Basejump” ins Leben gerufen, das über 1500 Jugendliche für Jesus begeistert. Jedes Mal bekehren sich hunderte von Teens in diesen Gottesdiensten. Ein Pastor sagte mir einmal: “Über Antonio steht der Himmel offen!”

1. Was waren deine drei schwierigsten Misserfolge?

a. Ich habe Leute zu früh in den Dienst als Leiter eingesetzt und dabei Charisma vor Charakter gestellt. Ich glaube, dass unser Charisma und unsere Erfolge uns & unseren Namen schnell bekannt machen können und uns auf große Plattformen bringen. Aber unser Charakter entscheidet wie lange wir auf diesen Plattformen bleiben werden und was die Menschen mit unseren Namen in Verbindung bringen.

b. Wir haben zu viele gute Seminare, Workshops, Aktionen und Events fast zur selben Zeit oder kurz nacheinander angeboten. Unsere Leute waren überfüttert und müde.

c. Ich habe eine Zeit lang so geistlich geredet und gepredigt, dass nicht mal die Christen verstanden haben, wovon ich spreche.

d. Ich liebe Kohlenhydrate am Abend und singe falsch zu jedem mir bekannten Song.

2.     Was hast du aus ihnen gelernt?

a. Ich spreche mit Gott über die noch offenen Positionen, die ich in meinem Team besetzen möchte. Ich habe aufgehört, aus einem Mangel heraus Entscheidungen zu treffen und Leute einzusetzen.

Eine Interessante Begebenheit war, dass Gott mich fragte, ob ich mich selbst zu Beginn meines aller ersten Dienstes als Kleingruppenleiter eingesetzt hätte. Meine Antwort war: „NEIN.“ Und er sagte: „Und dennoch habe ich es getan.“ In diesem Moment öffnete er mir die Augen für Menschen, die ich persönlich niemals gesehen hätte. Heute kann ich von einem Dreamteam sprechen und darf mit Leuten zusammenarbeiten, die nicht nur loyale und hingebungsvolle, sondern auch herausragende Leiter und Mitarbeiter sind, von denen ich auch lernen darf.

b. Die Frage liegt nicht nur darin, was gut ist, sondern was dran ist. Ich meine wir können viele gute Sachen machen, aber sind es auch die richtigen Dinge zur richtigen Zeit? Dienen sie der Zielvision oder wird nicht viel eher eine Nebensache zur Hauptsache?

c. Ich glaube, dass wir als Christen schnell dazu neigen, Lutherdeutsch zu sprechen, weil wir meinen, dass wir dann super geistlich und gebildet rüberkommen. Aber mein Nachbar, der nichts mit JESUS am Hut hat, interessiert es nicht, wie geistlich ich mich ausdrücke. Er interessiert sich nicht für meine Theologie, meine Traditionen, meinen Gottesdienst, wo ich Sonntags hingehe, wie kreativ dieser Gottesdienst ist und nicht mal für die ganzen guten Worshipvideos, die ich bei Facebook poste.

Weshalb nicht?! Weil er Rechnungen zu bezahlen hat, weil er evtl. Stress in der Ehe hat, weil er Ärger mit dem Chef hat, weil er genug „Freunde“ hat, weil er „genug“ Geld hat.

Er interessiert sich so lange nicht dafür, bis ich beginne, mich für ihn zu interessieren. Und das beginnt schon mit meiner Sprache.

Wir wollen es machen, wie der Meister es tut. Sein Weg ist der Beste. Und wir sehen, dass er oft dort war, wo die heutigen Prostituierten und Cracksüchtigen sein würden. Er gab sich völlig normal in Sprache und Verhalten und gewann ihre Herzen.

3.     Wie findest du in einem Misserfolg heraus, wo der Fehler liegt?

Ich lasse mich und meinen Dienst von meinem Ehepartner, guten Leitern und Mentoren, sowie Freunden und Leiterschaftsbüchern reflektieren. Ich hole aber auch gerne die Meinung von jemandem ein, der nichts mit dem christlichen Glauben am Hut hat, um seine Sicht auf die Dinge zu hören.

4.     Wie überwindest du emotionale Tiefen?

King of Queens, Cheeseburger, Gummibärchen und ein kaltes Glas RootBeer.

Was ich damit meine ist, dass wir in einem Land wie Deutschland so erzogen worden sind, wenig Fehler zuzulassen und auch zuzugeben. Wir müssen funktionieren … und das exzellent. Es ist kein Platz für Irrtümer da. Und als frommer Mensch solltest du eh wenig Spaß und Freude haben. Heldenhafte Selbstverleugnung ist angesagt. Und das ganze nennen wir dann LEBEN. Ich glaube, dass es wichtig ist, erstens zu verstehen, dass JESUS der Held ist und nicht ich. Zweitens, dass JESUS der Inbegriff von Freude ist. Und letzten Endes muss ich mir eingestehen, dass ich nicht unfehlbar bin und deshalb eine 5 auch mal grade sein lassen muss. Das ist die Quintessenz von: NOT PERFECT. JUST FORGIVEN.

5.     Wie trainierst du emotional so stark zu sein, dass du nicht so schnell aus der Bahn geworfen wirst?

Ich beginne meinen Tag mit der Bibel und ziehe daraus meinen Fokus und meine Kraft für den Tag. Des Weiteren umgebe ich mich mit Männern und Frauen, die geistlich, emotional und dienstlich weiter sind als ich und mir in diesen Punkten ein Vorbild sein können.

6.     Was sind die drei wichtigsten Punkte, wie du Misserfolg vermeidest?

a. Stay Focused! Mache keinen Plan ohne Gott.

b. Leg deinen Solz ab! Lerne aus dem Erbe und Fehlern anderer.

c. Riskier mal was! Achte drauf, dass die Stimmen, die in dein Leben sprechen dürfen, dich ermutigen und die Vision voran bringen, die Gott in dein Herz gelegt hat. Umgib dich mit Menschen, die dich mit den Worten „Dafür wurdest du geboren“, on Fire setzen.

7.   Wie findest du heraus, ob deine Vision von Gott ist, oder nur eigenes Wunschdenken?

Antonio Weil, Christliches Zentrum Wiesbaden, Predigt, Vision

Einerseits müssen wir lernen, ehrlich mit uns selbst zu sein. Mit unseren Gaben, unserer Berufung und auch dem Ziel was wir erreichen wollen. Es bringt niemandem etwas, sich selbst zu belügen, etwas schön zu reden und es mit der Proklamation „Aber ich habe Glauben dafür“ zu beschließen, wenn am Ende nichts bei raus kommt.

Mach dich verwundbar, indem du Menschen, die es gut mit dir meinen und Lebens- sowie Diensterfahrung haben, das Recht gibst in dein Leben sprechen zu dürfen.

Andererseits solltest du deinen Erfolg nicht in erster Linie von Zahlen abhängig machen. An dem Tag der Kreuzigung JESU, standen wieviele seiner Nachfolger nochmal am Kreuz? … Genau. Es sagt nichts über seinen Erfolg aus.

Finde also einen guten Mittelweg aus den beiden Extremen.

8.   Wie findest du raus, wann eine Krise ein geistlicher Angriff und wann er eine Folge von einem Fehler von dir ist?

Ich muss eine Inventur meiner zuletzt getroffenen Entscheidungen machen. Sei es im Gebet oder auf einem Blatt Papier.

9.   Was denkst du, warum viele Kirchen in Deutschland nicht wachsen?

Ich glaube, dass es schwer ist eine pauschale Antwort auf diese Frage zu geben.

Vielleicht ist es das „Wohnzimmer-Denken“ in dem man stehen bleibt, auch wenn man von einer Hauskirche zu einem großen Gebäude hingewachsen ist.

Vielleicht ist es auch ein falsch gesetzter Fokus, angefangen bei der Festlegung auf die Bedürfnisse nur einer Generation. Gott selbst stellte sich nämlich als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs vor – also als Gott von drei Generationen.

Es kann auch der Fokus auf Nebensächlichkeiten anstatt auf die Hauptsache sein. Die Verpackung wird zum Kern der Zielsetzung.

Antonio Weil, Christliches Zentrum Wiesbaden, Predigt, Vision, Bibel

Ich denke, dass auch die Antwort unter Frage 7 uns einen Teil des Problems veranschaulichen kann. Manchmal verrennt man sich in Dinge oder man macht es sich gemütlich und verliert die Vision aus dem Blick.

Letzten Endes wird sich ein Leiter nie mit dem Status Quo zufrieden geben können und wird immer wieder das „Hier und Jetzt“ in Frage stellen müssen, für das was sein könnte.

10. Was denkst du, sind die drei größten Fehler, die Kirchen in Deutschland machen?

a. Leiter einsetzen, die nicht leiten oder nicht leiten dürfen.

b. Den Fokus falsch zu justieren. Wenn ich Fokus schreibe, meine ich natürlich auch das Mandat, was man selbst für seine Stadt, Dienst oder Berufung von Gott erhalten hat.

c. Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten nicht bedingungslos zu lieben. Ich glaube, dass es unsere Aufgabe als Christen ist, den Zerbrochenen entgegenzurennen, anstatt sie zu stigmatisieren und den Rücken zuzukehren. Unsere Aufgabe ist dort zu sein, wo sie sind und ihnen so lange mit offenen Armen entgegen zu rennen, bis sie selbst merken, dass sie so ganz anders sind als wir. So ganz anders reden, handeln und denken als wir. Das ist der Punkt, an dem wir sie neugierig machen und gewinnen.

11. Wenn du zwei Schwächen von dir ausmerzen könntest – welche wären das

a. Ungeduld.

b. Namensgedächtnis.

c. Kohlenhydrate am Abend.

Wenn du das Thema „lebensverändernd Predigen“ vertiefen möchtest, dann nimm an unserem  Webinar am 14.6.2016 um 18.30 Uhr  mit Antonio Weil teil – du kannst von dir zu Hause life mit deinem PC dabei sein.

Anmeldung und Fragen bitte an: ths-leitertraining@hotmail.com

Und nun bist du dran: Was hast du zum Thema „Krisen“ in der letzten Zeit gelernt? 

Ich freu mich auf dein Kommentar –

Blessings

Antonio

4 thoughts on “Jugendpastor Antonio Weil (CZW): Wie überwindest du deine Krisen?”

  1. Danke Antonio,
    es hilft uns Menschen nicht, nur über Erfolge, sondern auch über Misserfolge und Krisen zu reden. Misserfolge können uns zermürben und krank machen, ja um die Existenz bringen. Erfolgreich durchgestanden können sie unser Leben bereichern und uns stark machen. Da ich doppelt so alt bin, wie du Antonio, habe ich in meinem Leben schon einige Krisen, sowohl im Privatleben, im Geschäft und im Gemeindeleben durchlebt. Am stärksten bleibt in meiner Erinnerung die Wirtschaftskrise 2001 / 2003. Mein Unternehmen, am Rande der Existenz. Wir hatte das Vertrauen einer wichtigen Bank verloren, was zur Kündigung der Bankverbindung führte. Es folgten schweißgebadete Nächte.
    Nächte im Gebet und rufen nach Gottes Hilfe. Ich denke noch an eine Stelle aus der Bibel…..Rufe mich an in der Not, ich will dich retten und du sollst mich preisen…..In diesen Nächten habe ich mein ganzes Leben, auch mit alle meinen Sünden, vor Gott ausgebreitet. Er gab mir Inspierationen, Gedanken und Menschen zur Seite die mir aus der Krise herausgeholfen haben. Das Unmögliche habe ich erlebt, aus der Krise wurde Erfolg und Sieg. Ich habe gelernt…bete und arbeite……
    Heute bringen wir im Team wichtige Projekte in unserem Unternehmen zur Entscheidugsfindung vor Gott. Das Gebet lautet ……Herr du siehst das Ende, wir sehen es nicht. Wenn das Vorhaben gut für uns, für unsere Geschäftspartner und auch für unsere Kunden, die später darin wohnen ist, so mache die Türen auf, wenn nicht, so mache die Türen zu……..Das hat sich jetzt viele Jahre gut bewährt. Manchmal haben wir uns schon gewundert, wenn die Tür zu ging, oder auch wenn sie weit auf ging. Es macht Freude mit Gott zu leben und zu arbeiten. Wir müssen ihm treu sein und wenn er ruft, müssen wir auch losgehen. Er gibt uns dann auch die Kraft dazu. Im Bibelwort steht dann noch….und du sollst mich preisen…..und so will ich Gott immer wieder die Ehre geben und ihm danken.

  2. Danke Antonio für Deine offenen Worte, in manchen Aussagen finde ich mich wieder, auch ich habe oft mit der Geduld zu kämpfen, wie oft habe ich erlebt, wenn ich aus eigenen Motivationen heraus handle, ohne auf den Heiligen Geist zu hören, habe ich tiefes Leid, ja so kann ich es ausdrücken, ich lerne immer mehr auf Gott zu hören, und je mehr ich lerne und auch oft warten muss, um so eine größere Freude und Frieden darf ich in meinem Alltag empfangen. Ich spüre immer mehr, dass er für mich sehr viel Stillesein in ihm und in seiner Gegenwart vorgesehen hat. und je mehr ich dies praktiziere, umso mehr empfange ich. Jeden Tag ein neues Lernen und voll auf Empfangsbereitschaft. Und sehr viel Nachdenken, wer er ist, der “Ich bin, der ich bin”. Was kommt dann für eine grosse Ehrfurcht über mich über diese Gnade. Danke Antonio für deine Message – Gott gebe Dir und Deiner Familie Frieden und beschütze Dich, dass ist mein grosser Wunsch für Euch Drei!

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