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Wie verliere Ich mein Ziel nicht aus den Augen?

Klettern, Ziel, Kreuz

Mose und Josef: Wie verliere ich mein Ziel nicht aus den Augen?

Mein Mann Tom führte uns als Familie einmal auf eine grausame Bergtour. Wir hingen nach 4 Stunden Kletteraktion wie Weihnachtskugeln an einer Felswand fest. Unter uns fiel ein Steilhang 100te von Metern tief in den Gardasee. Meine Kinder jammerten hinter mir. Es war glitschig und Tom blickte irritiert nach oben: „Schau, Inga, das Gipfelkreuz. Wir sind gleich da!“

Ich klammerte mich an den Ast einer kleinen Kiefer, die sich, wie wir wohl auch, zwischen den Steinen verirrt hatte. Ich wollte umkehren. Zumindest keinen Schritt weiter.

Gott gibt uns in der Bibel ein Bild von einem Leben, wie er es sich gedacht hat. Das ist unser Gipfelkreuz.

Kreuz, Ziel, Vision, Klettern, Berg, Herausforderung

Es hilft uns, die Orientierung zu behalten. Wir gehen nicht abwärts (auch, wenn das leichter wäre!!!), sondern beständig, Schritt für Schritt, aufwärts. Zwischendrin machen wir Pause und genießen die Aussicht. Dann suchen wir wieder das Gipfelkreuz. Daran orientieren wir uns und können den richtigen Weg wählen. Wir kommen mit jedem Schritt dem Ziel näher.

Aber es gibt ein Problem: In Zeiten der Not ist das wirklich unsagbar schwer! Man kommt an den Punkt, wo man denkt: Jetzt kann ich nicht mehr. Ich falle in eine Depression.

In Zeiten der Not ist die Gefahr am aller größten, das Ziel aus dem Auge zu verlieren.

Lasst uns von zwei Männern in der Bibel lernen:

Josef entschied sich, trotz Ungerechtigkeit Menschen zu dienen

Josef hat wohl mit die schlimmsten Ungerechtigkeiten erlebt, die man sich vorstellen kann. Als Kind brachte er seinen Geschwistern das Essen, als sie auf die Schafe aufgepasst haben und – zum Dank – wurde er von ihnen in die Sklaverei verkauft.

In der Sklaverei bemühte sich Josef, sehr fleißig und treu zu sein. Als die Ehefrau von seinem Chef sich in ihn verknallte, ging er auf ihre Flirtversuche nicht ein. Die gute Frau wurde so sauer, dass sie behauptete, Josef hätte sie vergewaltigen wollen. Wie schräg ist das denn? Zum „Dank“ für seine Treue wurde er dann ins Gefängnis geworfen.

Weiter geht es den Berg hinauf an Dornen vorbei: Im Gefängnis half er zwei Inhaftierten, indem er ihnen ihre Träume deutete. Der Bäcker und der Vorkoster vom König. Er bat den Vorkoster innständig, ihn aus dem Gefängnis zu holen, wenn seine Traumdeutung eintraf und er wieder aus dem Gefängnis entlassen werden würde. Und was geschah? Der Vorkoster kam aus dem Gefängnis, wie Josef ihm das vorher gesagt hatte, und … vergaß ihn! Was ist da los? So ein Hornochse.

Dieser Steilhang von Josef dauerte insgesamt knapp 20 Jahre.

Schloss, Ketten, Gefängnis, Gefangenschaft

Knapp 20 Jahre eine Ungerechtigkeit nach der Anderen. Er hätte wirklich allen Grund dazu gehabt, seinen Glauben an Gott an den Nagel zu hängen und den Berg wieder runter zu laufen. Wie sollte er einem Gott vertrauen, der so schwere Ungerechtigkeit zulässt?

Was wäre geschehen, wenn Josef an dieser Stelle aus Bitterkeit eine andere Entscheidung getroffen hätte?

Folgendes wäre passiert: Statt dem Pharao zu helfen, hätte Josef sich gefreut, dass Gott sich endlich am Pharao rächt – 7 Hungerjahre. Halleluja!

Jetzt ist es vorbei. Ich helfe niemandem mehr! Die sollen mir alle gestohlen bleiben. Ich deute keinen Traum mehr und der Pharao soll doch ernten, was er gesät hat. Hoffe, das Unglück Gottes kommt bald über ihn!“

Die Folge: Er wäre mitsamt seiner Familie mit verhungert.

Doch Josef entschied, sich auch in den schwersten Zeiten weiter nach oben zu klettern, das Gipfelkreuz nicht aus dem Auge zu verlieren und Menschen zu dienen!

Und das Ergebnis: Er kam aus dem Gefängnis heraus, weil er den Traum vom König deutete und bereit war zu helfen. Dadurch rettete er das ganze Land vor dem Hungertod. Josef wurde als oberster Minister eingesetzt, um das Land auf die kommende siebenjährige Trockenzeit vorzubereiten. Die Trockenzeit bricht ein. Der Hunger treibt Menschen von überall her zu Josef, der in großen Scheunen das Korn gelagert hatte.

Unter den hungernden Menschen sind eines Tages auch seine Brüder, die ihn als kleinen Jungen in die Sklaverei verkauft hatten. Jetzt hätte er sich rächen oder zumindest mal alle seine Wut rauslassen können. Aber wieder blickte er nach oben – zu seinem Herrn – hier zeigt sich der starke Charakter, der sich über die harten Jahre der Geduld in ihm entwickelt hatte:

Aber Josef erwiderte: “Habt keine Angst! Ich maße mir doch nicht an, euch an Gottes Stelle zu richten! Was er beschlossen hat, das steht fest! Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Durch meine hohe Stellung konnte ich vielen Menschen das Leben retten. Ihr braucht also nichts zu befürchten. Ich werde für euch und eure Familien sorgen.” So beruhigte Josef seine Brüder, und sie vertrauten ihm.
1. Mose 50, 19-21

Bäääähm! Ich bewundere Josef. Diesen Gipfelblick will ich auch haben.

Nur durch sein Festhalten an Gott durch alle Krisen hindurch ist sein Charakter wie ein Edelstein gewachsen.

Und der Lohn:

  • Er wurde einer der einflussreichsten Männer im Land
  • Er rettete viele Völker vor dem Hungertod
  • Er verbrachte einen glücklichen Lebensabend mit seiner eigenen Familie, seinen Geschwistern und seinen Eltern.

Er hat das Gipfelkreuz erreicht.

Schauen wir noch eine Geschichte an:

Mose entschied sich trotz Misserfolg seinem Auftrag treu zu bleiben

Gott beauftragte Mose, sein Volk aus der Sklaverei zu befreien und in ein neues Land zu führen. Mose war schüchtern und sehr schlecht im Reden. Er wollte nicht. Er wollte lieber sein gemütliches Hirtenleben führen. Im Tal bleiben, kuschelig und sicher. Aber Gott konnte ihn überreden.

Ok, Herr, wenn du meinst und du keinen anderen findest. Ein paar Monate kann ich investieren und wenn ich jemanden habe, der mir beim Reden hilft … ich probiere es. Bin ja bald wieder zurück.“

Doch es kam anders.

Der erste Versuch von Mose, den Pharao zu überreden, dass er Israel in die Wüste entlässt, hatte zur Konsequenz, das Israel noch härter gequält wurde. Die Israeliten waren dementsprechend schlecht auf Mose zu sprechen.

Es kostete 10 verzweifelte Versuche, den Pharao zu überreden, dass er dem israelitischen Volk für ein paar Tage „Urlaub“ in der Wüste gönnte. 10 Plagen brachen über die Menschheit ein. Statt Menschen zu retten, musste Mose verantworten, dass viele Menschen litten und starben, darunter auch zahlreiche Kinder. Hier musste Mose tiefe Schluchten überwinden.

Nachdem eine Plage dem Sohn des Pharaos das Leben kostete, ließ dieser das Volk für ein paar Tage in die Wüste ziehen. Aber der Plan war ja nicht, nur ein paar Tage in der Wüste „Urlaub“ zu machen, sondern abzuhauen.

Gott hatte nie gesagt, wie lange die Reise dauern würde. Aber man schätzt halt so als Mensch, wie lange es dauert, bis zum Erfolg. Wenn ich mir das auf der Karte anschaue – von Ägypten nach Israel – dann wären es per Luftlinie so 3-4 Monate Fußmarsch. Mit Kindern und Tieren. Das ist machbar.

Aber alles kam anders.

Das Volk kam ständig – wirklich ständig – in Schwierigkeiten. Hungernöte, Überfälle, Krankheiten. Mose war für sie ein schlechter Leiter. Und trotzdem kamen sie mit ihren Problemen und Streitigkeiten immer zu ihm. Er stand kurz vor dem Burnout, bis Gott Moses Schwiegervater schickte, um ihm das Geheimnis der Delegation beizubringen. Mose setzte Leiter ein und dachte: Jetzt haben wir das Problem gelöst. Aber das nächste Problem stand schon an der Tür. Klopf, klopf, klopf!

Selbst seine engste Familie und Freunde fingen an ihn anzuklagen.

Wüste, Weg, Auszug aus Ägypten

Mose hält sich für etwas Besseres! Er ist unmöglich.“ flüsterten sich Miriam und Aaron zu. Mose war die meiste Zeit damit beschäftigt, Spaltung und Krisen im Volk und unter seinen Mitarbeitern zu lösen. Mehr oder weniger erfolgreich.

Das Volk schrumpfte. Der Weg wurde steiler, steiniger und schmaler.

Dann schien das Ziel zum Greifen nah, der Gipfel ganz nah vor Augen …. aber es stellte sich raus, dass dieses tolle neue Land voller Räuber und Ungeheuer war. Das Volk flippte nun vollends aus und weigerte sich, in das Land hinein zu gehen, denn sie wollten sich nicht abschlachten lassen. Gott wurde zornig und wollte das Volk mit Mann und Maus umbringen.

Hey, das musst du dir mal geben: Um eine Haaresbreite wäre das komplette Volk umgekommen. Mose wäre mit ein paar Mitarbeitern übrig geblieben. Super erfolgreiches Ergebnis, Pastor Mose!

Was wäre passiert, wenn Mose an dieser Stelle aus Frust so reagiert hätte: „Gott, du hast Recht – du bist ein gerechter Richter. Lange warst du geduldig und jetzt befreie mich von diesem wankelmütigen, störrischen und undankbaren Gesindel!“

Es wäre möglich gewesen, das Gott das Volk umgebracht hätte und Mose wäre mit seinen Mitarbeitern übrig geblieben. Er wäre irgendwo in der Wüste als Nomade gestorben. Tief ins Tal gerutscht.

Und das Volk Israel? Jesus? Hmmmm ….

Aber Mose entschied sich für die Geduld und Barmherzigkeit (4. Mose 14, 17-19). Gott ließ sich überreden und …..schickte das Volk wieder in die Wüste mit einer netten Aussicht: Alle sollten dort sterben. Erst ihre Kinder hätten wieder eine Chance, in das Land zu kommen. Aus der Traum vom schönen Paradies.

Wüste, Auszug, Ägypten,

Aus 3-4 Monaten wurden 40 … oh man… ich bekomme es kaum über die Lippen: 40 Jahre. 40 Jahre lang Wüstenzeit. In dieser Zeit ist das Volk alle paar Monate von Gott abgefallen. Kein Wunder. Sie waren stinksauer auf Mose. Ständig überlegten sie sich, wer ihn steinigen könnte. Mose war ja an der Krise Schuld.

Ende vom Lied: Nicht nur das Volk kam in der Wüste um, sondern auch Mose und seine Mitarbeiter. Richtig gehört. Selbst Mose durfte nicht in das Land, in das Gott ihn eigentlich geschickt hatte. Weil er statt zum Felsen zu reden auf den Felsen geschlagen hat, damit Wasser rauskommt und das Volk nicht verdursten musste. Oh man. Gott?

Nur die nächste Generation durfte ins verheißene Land.

Aber Mose entscheidet sich immer wieder, Gott treu zu sein. Bergauf zu gehen. Nicht runter, sondern nach oben …. bis zum seinem Tod.

Sein letztes Lied strotzt vor Dankbarkeit, Ehrfurcht und Begeisterung über Gott:

Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.                                                     5. Mose 32,3

Und das Ergebnis?

Mose hinterlässt einen großartigen Nachfolger, Josua, und ein Volk der neuen Generation, dass das verheißene Land einnimmt und bis heute noch in der ganzen Welt Geschichte schreibt. Bis heute steht dieses Volk im Zentrum der Öffentlichkeit.

Mose wird von Gott persönlich begraben, nicht als tatteriger Greis, sondern:

Und Mose war hundertundzwanzig Jahre alt, als er starb. Seine Augen waren nicht schwach geworden und seine Kraft war nicht verfallen.
5. Mose 34,7

Während ich das hier schreibe, werde ich irgendwie innerlich ganz klein. Meine ganzen „Probleme“ sind verglichen zu diesen Dramen wirklich lächerlich.

Gleichzeitig überkommt mich Ehrfurcht zu diesen Helden Gottes. Ich weiß, dass keiner dieser Menschen sich für diese Krisen entschieden hat. Das Leben hier auf dieser Erde ist hart. Und die Schicksalsschläge treffen einen, ob man will oder nicht. Man befindet sich plötzlich im übelsten Krieg.

Aber wie reagiere ich darauf? Das ist die entscheidende Frage.

Aufgeben und den leichten Weg bergab gehen?

Oder weiter nach oben klettern?

Damals, über dem Gardasee am Steilhang entschied ich mich, weiter zu gehen, und zwar bergauf. Wir kamen alle gesund am Gipfelkreuz an. Halleluja!

Heute bete ich mit David zusammen:

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.    Psalm 139,23

Und du?

Ich freue mich auf dein Kommentar –

Deine Inga

PS: Willst du an unserem Predigt-Onlineseminar mit Antonio Weil teilnehmen?
Am 14.6.16 um 18.30 Uhr von dir zu hause aus.
Hier kannst du dich einloggen: https://www.edudip.com/w/194862

 

6 thoughts on “Wie verliere Ich mein Ziel nicht aus den Augen?”

  1. Hi Inga,

    danke für die gute Erinnerung an die beiden großen Helden, die echt durch einiges durch mussten, bevor Gott sie zu Großem eingesetzt hat (bei Mose war die Vorgeschichte ja auch noch ein bisschen länger, mit Mord und 40 Jahre Wüste vor der Berufung… )
    Frage mich auch immer wieder, wie die es geschafft haben das Ziel vor Augen zu halten. Gott gab Ihnen wohl Individual-Unterricht in der Wüste vor dem Einsatz. Aber die Treue ist echt das beeindruckende. Gott sei Dank ist Gott treu und gerecht, selbst wenn wir es nicht sind, aber wirkt auch Treue in uns durch den Heiligen Geist und seine Frucht … Preis sei Ihm . Danke für Ermutigung.

    Schick Dir viele Grüße und keep writing encouraging stuff – as that’s what we need und schreib weiter ermutigende Sachen, denn wir alle brauchen das….

    LG

    Susanne

  2. Danke Inga, diese Geschichte von Josef kommt jetzt gerade recht und hilft mir, die richtige Haltung einzunehmen in der Herausforderung meines Lebens. Durch deine Beschreibung der Geschichte habe ich neue Gedanken gewonnen, obwohl ich sie schon oft gelesen und darüber nachgedacht habe. Sie hat mich ermutigt!

    1. Hallo Ulrike,
      das freut mich sehr! Wenn Worte zur richtigen Zeit kommen, wirken sie oft wie Medizin 🙂 Kenne ich auch von mir. Der Heilige Geist ist ein guter Tröster …. 🙂

      Herzliche Grüsse Inga

  3. Hi Inga,
    danke für die sehr einfühlsame Auslegung der Biografien dieser 2 tollen Glaubenshelden. Deine eigene Biografie ist ebenfalls durchaus schon geeignet, dass ich sie ganz vielen Kindern einfühlsam als gutes Beispiel aus dem Leben einer modernen Glaubensheldin nahebringen kann. Wir selbst sind also Vorbilder, erziehen kann man Kinder kaum, die machen einem meistens dreist einfach alles nach..
    Danke für Deine Treue,
    über die ich mich so freue!
    l. G. vom Armin.

    1. Hallo Armin,
      vielen Dank für dein ermutigendes Feedback! Es macht total Freude, gemeinsam mit Jesus Geschichte zu schreiben 🙂
      Dir eine kraftvolle Woche – geniesse das Leben,
      Deine Inga

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