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Woran erkennt man einen guten Mentor und wie werde ich selbst einer?

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König Odysseus hatte ein Problem: Er fragte sich, wie sein Sohn Telemachos ein SEHR guter König wird – ein noch besserer, als er es war.

Aber Odysseus musste in den Krieg ziehen und suchte deshalb nach einem treuen Mann, der weiß, wie sein Königssohn Telemachos erzogen werden musste, um ein guter König zu werden.

Nach reiflicher Suche und Überlegung fiel seine Wahl auf seinen Freund Mentor und dieser erfüllte seine Aufgabe hervorragend.

Die Geschichte kommt aus einer griechischen Sage. Seid dieser Geschichte steht der Name „Mentor“ für die Rolle eines Menschen, der einem anderen hilft, in seine Berufung hineinzukommen.

Meine erste Mentorin …

Meine erste Mentorin, an die ich mich erinnern kann, hieß Erika R. Sie war meine Jungscharleiterin, als ich 12 Jahre alt war.

Damals kannte ich den Begriff Mentor noch nicht, aber Erika erfüllte die Aufgabe von einem Mentor vorbildlich.

Erika brachte mir bei, Jesus nachzufolgen. In der Jungschar spielte sie mit uns „Bibel-hoch“. Jeder musste seine Bibel über den Kopf halten, sie sagte eine Bibelstelle und dann mussten wir so schnell wie möglich die Stelle finden und vorlesen. Der Erste war der Sieger. Ich kämpfte hart und übte, bis ich wirklich gut war.

Ich liebte Erika und sie liebte mich … und sie brachte mir bei, Gott zu lieben.

In der Studentenzeit traf ich Rainer und Sofia W. Ich lernte Rainer in einer Buchhandlung kennen, als er mir begeistert das Buch von Charles Finney über Erweckung empfohlen hatte. Rainer brachte mir bei, wie man eine Studenten-Gruppe aufbaut, eine Vision bekommt und verfolgt und er impfte mir den Auftrag von „Jüngerschaft“ ein, den ich bis heute nicht verloren habe. Ich verbrachte viele Abende bei ihm und seiner Frau Sofia und aß ihnen all ihr Honigpops mit Milch auf.

Dann kamen Marc und Kathy Shaw. Sie führten mich in den Dienst als Pastorin und Gemeindgründerin ein. Marc brachte mir bei, wie man sein Büro ordentlich hält und mit Konflikten und Krisen umgeht. Er zeigte mir, dass Gemeindegründung viel mit Niederlagen, Hartnäckigkeit und Ausdauer zu tun hat, bei der man NIEMALS …. wirklich niemals … seine Liebe zu Gott und den Menschen verlieren darf.

Dann gründete ich selber Gemeinde mit meinem Bruder und meinem Mann Tom zusammen. Ich versuchte alle Fehler, die meine Mentoren meiner Meinung nach gemacht hatten, NICHT zu machen und auf jeden Fall BESSER zu werden, als sie.

Hat natürlich nicht geklappt. Ich machte auch Fehler. Deshalb schaute ich nach den besten Leitern Deutschlands und fand Peter Wenz. Ich fragte ihn, ob er mein Mentor werden könnte. Ich traf mich mit ihm. Ich rief ihn in Zeiten der Not an und absolvierte ein Praktikum in seiner Gemeinde, in dem ich einfach diente, zuschaute und Fragen stellte. Man nannte mich die „Question-Queen“.

Peter Wenz ist noch heute mein Mentor. Wir haben keine regelmäßigen Treffen oder Gespräche, aber ich rufe ihn an, wenn ich Not habe und einen guten Rat brauche.

  1. Woran erkennt man einen guten Mentor?

Ich bin all diesen Menschen zutiefst dankbar. Es war nicht immer leicht für mich. Es gab Zeiten von Frust und Enttäuschungen mit ihnen, weil das Leben voller Frust und Enttäuschungen ist. Der Mensch hat zu hohe und manchmal falsche Erwartungen an Menschen und Gott. Aber es blieben zwei sehr wesentliche Dinge:

  1. Sie investierten Zeit und Liebe in mich.
  2. Sie verfolgten ein Ziel: Mich in meine Berufung hineinzuführen, die ich von Jesus bekommen hatte.

Noch während ich diese Zeilen schreibe, füllt sich mein Herz mit so viel Dankbarkeit, dass ich es noch mal sagen muss: DANKE! Danke euch allen, die ihr mich nicht nur geliebt habt, sondern mir beigebracht habt, wie ich Jesus nachfolgen kann.

Wie habe ich diese Mentoren gefunden?

Gott hat sie mir auf den Weg gestellt, aber ich hätte auch an ihnen vorbei rennen können. Ich habe sie gefunden, weil ich sie gesucht habe und zwar auf dem Weg, der zu einem gemeinsamen Ziel geführt hat: Die Nachfolge Jesu und dem Verfolgen des Missionsbefehls.

Der Wunsch, Gott kennen zu lernen, hat mich in die Jungschar gehen lassen, damals mit 12 Jahren. Dort traf ich Erika.

Der Wunsch, Gottes Reich zu bauen, hat mich in der Bücherei an dem Regal verweilen lassen, in dem Charles Finneys, Peter Wagners und Donals McGavrans Werke leuchteten. Dort traf ich Rainer.

Die Sehnsucht zu lernen, wie man neue Gemeinden gründet, hat mich auf die Suche nach einem erfahrenen Gemeindegründer geführt und dadurch fand ich Marc Shaw.

Die Verzweiflung, wie ich meine Krisen als Gemeindgründerin und Pastorin erfolgreich überwinden soll, hat mich dazu gebracht, eine Mail an Peter Wenz zu schreiben, ob er mir helfen kann.

Wenn du im Glauben an Jesus wirklich wachsen willst, dann findest du unweigerlich die Menschen, die Jesus lieben und deine Mentoren werden können.

Aber ihnen zu begegnen reicht nicht!

  1. Wie bekomme ich den richtigen Mentor für mich?

Du musst mit ihnen gemeinsam Jesus dienen. Werde Teil von ihrem Dienst, dann startet der Prozess von Mentoring.

Erst durch das gemeinsame Dienen habe ich WIRKLICH von ihnen gelernt. Sie schauten mir zu und lernten mich somit kennen. Auch meine Schwächen. Erzählen kann ich dem Anderen viel, aber wenn ein Mensch mich erlebt, dann sieht er, wie ich wirklich bin.

Aber was ist mit der Mentorschaft, die aus reinen Gesprächen besteht?

Ja, ich kenne diese Art von Mentorschaft. Ich habe sie erlebt, habe sie selbst praktiziert und habe sie gelehrt. Aber ich muss rückblickend sagen, dass sie nur ein Schatten von der Mentorschaft war, die Jesus selbst praktiziert hatte.

Jesus forderte Petrus nicht auf: „Komm, wir wollen uns einmal die Woche treffen, du erzählst mir von dir und deinen Problemen und ich helfe dir, deinen Weg zu finden!“

Jesus rief seine Jünger auf, mit ihm gemeinsam einen Auftrag zu erfüllen und dabei die Jünger in die Berufung Gottes zu führen. Ja, er hat dabei auch mit ihnen gegessen und geredet. Aber das geschah auf dem Weg – Ziel gerichtet. Der Kern war der Auftrag: „Folge mir nach, ich will dich zum Menschenfischer machen!“

Deshalb findest du den wahren Mentor in einem Leiter, mit dem du gemeinsam den Auftrag Jesu erfüllst. Dieser Leiter wird dich voran bringen, indem er dich an deine Grenzen führt. Ihr werdet gemeinsam Niederlagen erleben und Siege feiern. Er wird dich lehren und manchmal wird dir seine Lehre aus den Ohren heraus wachsen. Wahrscheinlich wird er dich nerven, vielleicht sogar enttäuschen.

Selbst die Jünger waren von Jesus enttäuscht, weil er nicht das erfüllte, was sie sich erhofft hatten. Aber wenn du in deinem Herzen demütig und dankbar bleibst, dann wirst du deine Mentoren nicht ignorieren oder ablehnen, sondern als ein ultimatives Geschenk Gottes sehen und ihnen immer wieder deine Dankbarkeit zeigen.

Denn diese Mentoren haben in dir etwas sehr Wertvolles hinterlassen, wenn DU es zulässt und wertschätzt: Einen Schliff. Sie schleifen an deiner Oberfläche. Und jeder von ihnen macht dich mehr und mehr zu einem Diamanten.

  1. Gibt es schlechte Mentoren?

Jesus sagt in Markus 10, 18 zu einem jungen Mann, der von ihm lernen will: „Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott.“

Es gibt KEINEN einzigen Menschen, der keine Fehler hat. Je näher wir einen Menschen kennen, desto mehr erleben wir auch seine Fehler.

Wenn du dir deine Leiter und damit auch deine Mentoren aussuchen kannst, dann tu das. Aber habe nicht zu hohe Erwartungen an Menschen, sondern sei dir bewusst, dass es immer noch Gott ist, der dich durch deinen Mentor formt und trainiert.

Ich glaube, dass du von jedem Leiter lernen kannst, der Gott von Herzen liebt und seine Mitmenschen wie sich selbst.

Ich glaube, dass es wesentlich mehr von DIR abhängt, ob du von einem Mentor lernst, oder nicht.

Hier 3 Tipps, mit denen du von deinem Mentor mehr lernen kannst:

  1. Fragen stellen, und zwar so oft es geht.
  2. Bitte regelmäßig um ein ehrliche Feedback: „Wo siehst du meine Stärken und Schwächen? Was sollte ich ändern?“
  3. Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Ohne Verantwortung kein Wachstum.

Und dann noch etwas: Werde du auch zu einem Mentor!

Das heißt: Arbeite mit Menschen zusammen. Ziehe dir Mitarbeiter und dann auch Leiter nach. Verbringe bewusst Zeit mit ihnen. Liebe sie.

Ich liebe es, im Team zu arbeiten! ICH LIEBE ES.

Und zurzeit habe ich ein echtes Dreamteam. Es vergeht wirklich keine Woche, in der ich nicht dankbar für mein Team bin. Jeden Dienstagmorgen verbringen wir genau 1 Stunde zusammen. Wir starten mit einer Andacht über unseren Trimester-Bibelvers, der über unserem Whiteboard hängt. Immer Einer vom Team ist dran, diese Andacht zu halten. Dann beten wir gemeinsam. Dann besprechen wir unsere Aufgaben, lösen gemeinsam Probleme und verfolgen unsere Ziele – gemeinsam.

Und auf diesem Weg wachsen wir wie Bäume in den Himmel.

Jesaja 30, 20 Und dein Lehrer wird sich nicht mehr verbergen müssen, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen. Und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken gehen wollt, werden deine Ohren hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg; den geht!

Und nun bist du dran: Welche Menschen waren deine Mentoren?

Liebe Grüsse

Inga

3 thoughts on “Woran erkennt man einen guten Mentor und wie werde ich selbst einer?”

  1. JESUS, Dein Wort ist meine Speise,
    bin “mentorisiert” auf meiner Reise,
    was für ein Rat auch kommt von Dir,
    Zeichen und Wunder folgen mir!

    Liebe Inga, lieber Tom – I’m so happy to be with you!
    Danke für Euer Mentoring! Freue mich auf morgen Abend!

    Begeistert in Jesu Liebe und Gnade
    Euer Armin

    1. Im Grunde ist doch das genau der Urgemeinde-Typ der Apostelgeschichte: Jüngerschaft durch Mentoren. Die Jünger wiederum werden selbst zu Mentoren. Es sollte also jeder Christ Mentor sein und seine Jünger auch im
      Mentor-Sein anleiten und begleiten. So multipliziert sich Gemeinde als dynamisch wachsender lebendiger Organismus und keiner muss gelangweilt und arbeitslos (absterbend?) in einer Kirchenbank sitzen ohne zu wissen, was er/sie da eigentlich soll. Das ist postmoderne Gemeinde: Jeder sorgt für seine Jünger und wird von seinen Mentoren dabei versorgt. Viele aktive Glieder, ein wachsender Leib. Jesus findet so eine Braut bestimmt sehr attraktiv ;0)

      1. Lieber Armin, ich stimme dir zu! Schade, dass Leiter Gemeinden verlassen, weil sie die Gemeinde nicht mehr motiviert bekommen. Gemeinde hat oft einen große Erwartubg an ihren “Pastor”. Dieser ist jedoch oft auch die Person, über die alles läuft, was an Lehre und Aktion unternommen wird. Wo sind die Leiter, die nict lehren , sondern vorleben? Wer zum Beispiel über Evangelisation lehrt und dazu motiviert, sollte es beständig selbst tun, andere amitnehmen und diese anleiten es selbst zu tun! Dann würden wir Fortschritte sehen! Und das in jedem Bereich!(zu viele lehren, was sie selbst nicht leben!!!Othmar Heim

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