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Wie stärke ich meine Beziehung zu Gott trotz Stress im Alltag?

Zeit mit Gott

 

1. Was macht eine starke Beziehung zu Gott überhaupt aus?

Das ist eine sehr gute Frage.

Lange Zeit habe ich gedacht, die Beziehung zu Gott zeigt sich an der Länge und Intensität meiner Stillen Zeit. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich lange beten konnte, aber trotzdem war ich schlecht gelaunt, manche Menschen haben mich genervt und ich war unglücklich.

Dann habe ich den Vers aus 1. Johannes 4, 20 gelesen:

„Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.“

Das heißt: Wenn ich Gott liebe, dann muss das UNWEIGERLICH zur Liebe zu meinem Nächsten führen.

Im Galater 5 steht weiter:

„Wenn dich der Geist Gottes beherrscht, dann bringt der die Frucht von Liebe, Freude, Frieden, Geduld,

Huuuuui, das war schon echt krass für mich. Ich zog die Schlussfolgerung:

Je mehr die Frucht des Geistes Gottes sich in meinem Leben zeigt, desto stärker ist die Beziehung zu Gott! Und das gleich gilt im umgekehrten Fall: Je genervter und liebloser ich bin, desto schwächer ist meine Beziehung zu Gott.

Natürlich kann man theologisch darüber streiten. Aber für mich habe ich das einfach mal so festgelegt:

„Eine starke Beziehung zu Gott zeigt sich in meinem Leben so: Wenn ich eine weiße Blume in rotes Wasser stelle, wird sie rot. Je länger sie im Wasser steht, desto mehr nimmt sie die Farbe auf. Genauso ist es mit meiner Beziehung zu Gott: Je stärker sie ist, desto intensiver wird mein Leben von ihm geprägt.

Meine Zeit mit Gott brauche ich, um sein Wesen in der Welt zu repräsentieren.

Dann bleibt die Frage: Wie gestalte ich meine Zeit mit Gott, damit er stärker in mir wird?

 

2. Wie gestaltest du deine Stille Zeit mit Gott? Was funktioniert gut, was nicht so gut?

Meine persönlichen Vorbilder waren Erweckungsprediger wie Charles Finney, die um 3 Uhr morgens zum Gebet aufgestanden sind und 40 Tage am Stück gefastet haben.

So habe ich viele Jahre meines Lebens damit verbracht, mich in Fasten und Beten zu üben. Ich war auf dem Weg in den vollzeitlichen Dienst als Pastorin und hatte das Vorrecht, mir diese Zeit mit ihm auch nehmen zu können.

 

Meine Devise war:

Eine Stunde am Tag, einen Abend in der Woche, einen Tag im Monat und eine Woche im Jahr im Gebet verbringen.

Einen Tag in der Woche und eine Woche im Jahr habe ich gefastet. Nichts außer Wasser und Tee konsumiert.

80% der Devise habe ich tatsächlich geschafft. Da ich nicht gerade ein Frühaufsteher bin, ist aus der Stunde am Morgen meistens eine halbe Stunde geworden.

Mein Übungsplan für die Gebetszeiten sah so aus:

1/3 Fürbitte mit viel Sprachengebet

1/3 Reflektion durch mein Gebetstagebuch. Hier habe ich mit Jesus einen Dialog geschrieben.

1/3 intensive Bibelarbeit.

Auch das habe ich mit hartnäckigem „Dranbleiben“ ca. zu 80% so durchgehalten.

Bei allem war mir immer klar, dass ich das, was ich in diesen Zeiten mit Gott erkannt habe, auch unbedingt umsetzen muss! Sonst bleibt es wertlos.

Und das Ergebnis von diesen Zeiten?

Damals in meinen Zwanzigern war es hervorragend. Viele meiner Probleme und Fragen konnte ich in dieser Zeit wirklich bewältigen. Ich habe oft in diesen Zeiten geweint… und es war sehr heilsam.

Bis ich Mutter wurde und die Kinder kamen! Dann hat sich alles so radikal verändert, dass ich in eine Krise stürzte. Meine Gebetszeiten schrumpften auf den Nullpunkt und ich dachte, meine Beziehung zu Gott zerbricht. Natürlich war die Freude und Liebe zu meinem Kind unfassbar groß und hat mich auch sehr glücklich gemacht, aber was sollte ich mit Gott machen?

Ich musste lernen, mit WESENTLICH weniger Zeit auszukommen. Manchmal waren es gerade mal 10 Minuten am Morgen. Ich habe sogar gelernt, die Zeit auf dem Klo im Gebet zu verbringen. Ich mutierte zu einem geistlichen Kamel – und es funktionierte. Es hat aber wirklich Jahre gedauert, bis mein Geist sich an die neue Situation gewohnt hat und stärker wurde.

Ich würde dir empfehlen, die Zeiten VOR der Ehe und Familie wirklich zu nutzen, um dein Gebetsleben zu stärken und VIEL in der Bibel zu studieren. Mir hat es geholfen, die Zeit danach besser zu überstehen.

Als ich dann in die Lebensphase kam, in dem ich einem Dauerstress ausgesetzt war, habe ich mir viele verschiedene Arten angewöhnt, um Zeit mit Gott und damit auch mit mir selber zu verbringen.

 

3. Kannst du mir ein paar praktische Tipps geben, wie ich meine Zeit mit Gott gestalten kann?

Ich brauche viel Abwechslung, sonst werde ich schnell müde und die Zeit mit Gott wird langweilig.

  1. Ich richte mir immer wieder gerne eine neue Gebetsecke ein. DiesesRitual hilft, sich auf Gott einzustellen: Kerze anzünden, Bibelvers, der über der Kerze hängt, lesen und dann mit Gott darüber reden.
  1. Eine meiner Lieblingsarten ist der Dialog mit Jesus in meinem Gebetstagebuch. Da kann ich mal locker zwei Stunden verbringen, weil ich mit Jesus dann auch mein Leben durchplane. Ich starte damit, dass ich Jesus meine Situation erkläre und ihn etwas dazu frage. Ich schreibe die Antwort auf, die mir in den Sinn kommt – meistens ist sie sehr bewegend und ich spüre, dass diese Antwort wirklich von Gott kommt. Dann antworte ich wieder. So entsteht der Dialog.
  1. Lobpreiszeiten sind auch cool. Entweder spiele ich selbst Gitarre oder ich höre CD – beides baut mich auf.
  1. Bibelarbeit nutze ich meistens für die Vorbereitung von Predigten oder einem Blog wie diesem. Daraus ziehe ich viel und lerne dabei für mein eigenes Leben stetig dazu.
  1. Spazierengehen mit Jesus ist wunderschön. Gerade wenn der erste Schnee fällt, habe ich eine so intensive Zeit mit meinen Schöpfer. Ich habe ihm einfach für die Schönheit der glitzernden Kristalle gedankt.
  1. Kaffeetrinken mit Jesus – einer meiner Favoriten. Manchmal setze ich mich einfach in ein Café in der Stadt und morgens nach dem Aufstehen gehört es für mich dazu: Ich mache mir eine schöne Tasse Kaffee, setze mich auf meine Couch und rede mit Gott über den bevorstehenden Tag, in der Stille. Wenn ich sehr müde bin, bete ich in Sprachen. Damit kann ich locker 30 – 40 Minuten füllen.

Wichtig bei all diesen Tipps: Plane sie dir langfristig ein! Nicht erst, wenn es dir geistlich schlecht geht. Sie sollten ein fester Termin in deinem Terminkalender sein. Und plane dir längere Zeiten ein! Mit mindestens einer Übernachtung. Ich nenne sie „Klosterzeiten“, weil ich mich am allerliebsten in ein Kloster zurückziehen.

 

4. Wie sieht eine längere Gebetszeit über mehrere Tage aus?

Meine ersten Klostertage waren enttäuschend bis katastrophal. Ich verfing mich in irgendwelchen Gedankenkarussels und langweilte mich zu Tode.

Aber dann hat mir dieser Plan ganz gut geholfen:

Utensilien:

Bibel, Stift, Blätter, Tagebuch, Buntstifte, CD oder Gitarre.

  1. Abend:

Ich schreibe die Stärken und Schwächen von meinen Lebensbereichen auf. Was läuft gut, was läuft schlecht und wo will ich hin:

Beispiel:

Lebensbereich Ist-Zustand Soll-Zustand Todo
Ehe Konflikte bei der Hausarbeit

Einmal die Woche Eheabend

Hausarbeit ist optimal verteilt

 

Mit Tom einen neuen Haushalsplan machen
Gemeindearbeit Zwei Tage die Woche arbeite ich für die Gemeinde

Leitungsteam läuft rund

Es kamen die letzten vier Monate kein Mensch zum Glauben

 

Jeden Monat eine Bekehrung Mit Team besprechen, wie wir Evangelisation verbessern können

Eine regelmäßige Aktion einplanen

 

  1. Tag Vormittag:

Ich erarbeite eine Bibelarbeit zu einem Thema, was mich sehr beschäftigt.

Zum Beispiel:

Wie entwickle ich eine Evangelisationsstrategie, bei der sich monatlich Menschen bekehren. Ich lese, wie Jesus das gemacht hat und wie die Apostel das in der Apostelgeschichte gemacht haben. Dann entwickle ich daraus ein paar Ideen, die wir umsetzen und ausprobieren können.

Ich unterteile die Themen immer in persönliche Themen und Themen in meinem Dienst, bzw meiner Arbeit.

Nach der Bibelarbeit gehe ich wieder ins Gebet und frage Gott, was ich in meinem Leben verändern und wo ich Buße tun soll.

Nachmittag:

Zwei Stunden spazieren gehen und mit Jesus über alles reden. Dadurch bekomme ich den Kopf frei und werde körperlich fit. Danach schreibe ich zu Hause auf, welche Dinge und Termine ich aus meinem Kalender streichen soll, weil sie nicht so wichtig sind. Das ist ein sehr wichtiger Schritt: Wie in einem Schrank muss ich von Zeit zu Zeit auch in meinem Leben aufräumen und unwichtige Dinge wegschmeißen.

Wenn ich wichtige Entscheidungen zu treffen habe, tue ich das auch in dieser Zeit. Ich bewege mit Jesus zusammen Für und Wider und lege mich dann aber auf eine Entscheidung fest.

Abends:

Ich mache eine Liste von Anliegen, die im Laufe des Tages groß geworden sind. Für die nehme ich mir dann eineinhalb Stunden Zeit, um für sie zu beten und Eindrücke aufzuschreiben, die mir im Gebet gekommen sind.

  1. Tag Vormittag:

Ich schreibe eine Zusammenfassung von den Klostertagen. Dann male ich alles auf ein Papier: Gott, mich und mein Leben: So wie es ist und so, wie es in der kommenden Zeit aussehen soll. Die Zeichnung muss nicht besonders gut sein, aber sie hilft noch mal festzustellen, was WIRKLICH wichtig ist.

 

5. Was sind die größten Fehler, die du in deiner Gottesbeziehung gemacht hast?

Meine größten Fehler waren religiöser Natur. Ich habe mich oft darin verrannt zu denken, dass ich nicht genug tue und nicht genug bin für Gott. Das mündete oft in quälenden Schuldgefühlen und ständigen Gedanken: „Ich muss mehr beten! Dann würde mein Dienst effektiver sein!“

Gott brauchte viel Geduld mit mir, bis ich zutiefst begriffen habe, dass meine Beziehung zu Gott nicht in einer äußeren Form von Gebetszeiten besteht, sondern allein von meiner Herzenshaltung.

Die richtige Haltung ist für mich heute ein beständig gelassener Wunsch, Gott zu gefallen, in dem was ich tue. Dabei habe ich die Gewissheit, dass er mich liebt, um meine Schwachheit weiß, mir meine Fehler vergibt und ausgleicht.

Ein HERRLICHES Gefühl von Freiheit und Freude. Manchmal laufe ich aus dieser Freude und Freiheit raus und bin dann genervt und gestresst. Aber ich weiß auch, wie ich wieder auf meinen Weg zurückkomme.

Deshalb kann ich die Frage von der Überschrift in einem Satz beantworten:

Wie halte ich eine tiefe Beziehung zu Gott trotz Stress im Alltag?

In dem ich so lange mein Leben umforme, dass ich genug Zeit mit Gott und mir alleine habe. Aber auch um mit Liebe, Freude und Frieden durch mein Leben zu gehen.

Und nun bist du dran: Wie stärkst du DEINE Beziehung zu Gott?

Liebe Grüße,
Deine Inga

 

1 thought on “Wie stärke ich meine Beziehung zu Gott trotz Stress im Alltag?”

  1. Liebe Inga,

    wieder mal wirklich tolle und authentische lebenserprobte Tipps, vielen Dank!

    Dein letzter Satz ist der wichtigste: Wie sieht es mit der Liebe, Freude und dem Frieden in meinem Leben mit Jesus im Heiligen Geist aus? Und was bringen sie für Frucht in meinen Beziehungen und Begegnungen? Das ist ein perfekter Indikator meiner Beziehung zu Gott.

    In 1. Thess. 5,16-18 heißt es:
    Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

    Eine große Hilfe für alle weniger strukturierten und disziplinierten Kinder Gottes zum Einüben darin (“allezeit!” – “ohne Unterlass!” – “in Allem!”) ist die Idee eines Lobpreis- und Gebetstimers. Alle 5-10 min. einen Vibrationsalarm o. ä. über einen Fitnesstimer, Uhr, Handy, PC einstellen und laut oder leise in der dankbaren, liebenden, lobenden und betenden Präsenz und Beziehung Gottes bleiben, was auch immer man tut und wem auch immer Du begegnest. Das Ergebnis ist überwältigend. Gott handelt durch mich, weil ich mich Ihm “allzeit bereit” verfügbar mache. Das Leben mit dem Heiligen Geist wird interessant, abenteuerlich und beglückend sinnvoll. Grund zu noch viel mehr Freude, Lob und Dankbarkeit. Unser himmlischer Vater bildet uns als Seine Kinder aus, denen Er vertrauen kann, dass sie in Seiner Kraft und Liebe Seinen Willen tun, egal ob es ihnen gerade passt oder nicht.

    Wir brauchen also nicht mehr Heiligen Geist, der Heilige Geist braucht mehr von uns! Soll Er haben!

    Ich salbe und segne mich morgens nach der stillen Zeit mit unserem himmlischen Vater, stelle alles Denken, Fühlen und Wollen unter Seine Autorität und danke für die übernatürliche Kraft auf Ihn zu hören, die Dinge geistlich zu sehen und Seinen Willen zu tun. Danke für den himmlischen Schutz und Segen. Danke für Jesu liebendes Herz in mir, das Er mir gibt. Der Erste, der davon profitiert, bin ich selbst, weil ich mich immer wieder neu und völlig unverdient zutiefst geliebt erlebe. Alle anderen, denen ich begegne, erleben darüber hinaus den Überfluss von Jesu Liebe , Annahme und Kreativität, der, ohne in diesem Segen der Präsenz des Vaters zu bleiben, nicht denkbar wäre. Innerer Rückzug oder Sünde meinerseits beenden dieses “wunder”bare, freudige und fruchtbare Leben im Grunde sofort, echte Umkehr und Buße lassen uns aber umgehend wieder darin eingesetzt sein, Jesus sei Dank! Ich will also gar nicht mehr ohne Jesus leben! Er soll immer und überall und jederzeit dabei sein! In Ewigkeit! ;0)

    Eine echt hohe intrinsische und extrinsische Motivation, bewährt in guten und schweren Zeiten. Einfach HERRlich…

    In Jesu Liebe
    herzliche Grüße
    vom Armin

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